Wir

Melodie -

Edith Gellert

Wir I:
Wir gehen alle im gleichen Schritt,
wir schreiten hart und entschlossen,
und einer reißt den anderen mit,
die Reihen sind geschlossen.

Wir reichen uns nicht zum Bunde die Hand,
wir brauchen die Hände zum Rühren.
Ein Blick sagt alles. Was einer ahnt --
der andere muß es spüren.

Wir wissen, wir alle in einer Reih --
Kameraden zur Linken zur Rechten:
Wir sind ein Volk auf Verderb und Gedeih
und wir lassen uns nicht knechten.

Wir waren versunken in Schmach und Not
und erlahmten im Widerstreben --
in letzter Stund riß nach heilgem Gebot
ein Wille empor uns zum Leben!

Wir spüren den Morgenwind neuer Zeit,
wir wissen um unsere Pflichten:
Wir können sterben in Kampf und Steit,
doch wird man uns nimmer vernichten!

Wir gehen alle im gleichen Schritt,
die Reihen sind geschlossen.
Ein Wille riß uns alle mit:
Wir sind zum Leben entschlossen.


Wir II:
Wir aber wissen nicht mehr um den Tod,
und wenn die anderen in Verzweiflung beben,
dann färbt uns Mut und Kraft die Wangen rot,
weil wir erkannten: Kampf heißt für uns Leben!

Wir werden leben, weil wir leben wollen
nicht Gestern und nicht Heute und nicht Morgen.
Wohl werden wir dem Tod Tribute zollen,
doch das, was uns beseelt, in uns verborgen.

Dies Namenlose, das nur wir verstehn,
das uns beharren ließ und nicht verzagen,
da wird in jedem Frühling auferstehn,
das wird die Zukunft unseres Volkes tragen.

Und sind wir dann auch längst in Staub zerfallen,
der Siegessang ertönt auf ewig neu
aus jeden jungen Kindleins erstem Lallen,
aus jeder Jugend heißem Kampfgeschrei.

Ein neu Geschlecht in stolzer Einigkeit
wird unser Glühn in alle Zukunft tragen
und unser Wort von der Unsterblichkeit
als das Vermächtnis eines Volkes sagen.

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