Wenn wir durch die Straßen ziehen

Melodie - Friedrich Ferdinand Nestler, 1826~29 (1778-1876)

1. und 2. Strophe Willhelm Müller 1823 (1794-1827),
4. Str. 1847, 5. Str. 1856

1. Wenn wir durch die Straßen ziehen,
recht wie Bursch' in Saus und Braus,
schauen Äuglein, blau' und graue,
schwarz' und braun' aus manchem Haus;
und ich lass' die Blicke schweifen
durch die Fenster hin und her,
fast als wollt' ich eine suchen,
die die allerliebste wär'.

2. Liebchen weißt, warum die Brust
mir schmückt ein rot-weiß-grünes Band?
Liebchen, rot der Liebe Zeichen,
weiß der Unschuld Unterpfand,
und daß du einst wirst mein eigen,
zeiget dir der Hoffnung Grün,
darum trag' ich sie so gerne,
diese Farben: rot-weiß-grün!
  3. Und doch weiß ich, daß die eine
wohnt viel' Meilen weit von mir,
und doch kann ich's Schau'n nicht lassen
nach den schmucken Mädchen hier.
Liebchen, wollt' dich nicht betrüben,
wenn die ein's die Kunde bringt,
und daß dich's nicht überrasche,
dieses Lied ein Studio singt.

4. Liebchen, nicht um Goldeslohne
hör' ich auf, dir treu zu sein,
nicht um eine Königskrone,
ewig, ewig bleib' ich dein!
Doch das Schau'n nach hübschen Mädchen,
die so freundlich nach mir seh'n,
nach den braunen, nach den blonden,
wirst du mir doch zugesteh'n.

5. Wenn wir bei den Gläsern sitzen,
unser Herz der Wein erfreut;
wenn die Lieder hell erklingen,
sich manch Freundschaftsband erneut;
dann, mein Liebchen, blicke freundlich,
hörst du Lied und Becherklang:
dann gedenk' ich deiner Liebe
und dich feiert mein Gesang!


Dieses Lied wird in Österreich hauptsächlich bei Veranstaltungen von Studentenverbindungen gesungen, wobei dann statt irgendwelchen im Lied vorkommenden Farben die Verbindungsfarben eingesetzt werden.
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