Schicksalswende

Melodie -

   

Maria war in ihrer Jugend
Begünstigt wunderbar vom Glück.
Da fühlt sie sich in keuscher Tugend
Getroffen von der Liebe Glück.
Ein Maler arm, doch treu und schön,
Muß seine Liebe ihr gestehn.

Ein harter Vater aber brannte
Die Herzen, die so froh vereint,
Da reichte heimlich sich die Hände
Das Paar, dem nun kein Licht mehr scheint.
Verstoßen aus des Vaters Haus,
Ziehn beide in die Welt hinaus.

Ein schweres Unglück trifft den Gatten,
Er stürzt hinab, verliert sein Brot.
Marias Kräfte wolln ermatten,
Wer lindert wohl nun ihre Not.
Wer gibt ihr Brot für Mann und Kind?
Die Träne aus dem Aug ihr rinnt.

Sie wagt den schwersten aller Schritte,
Sie geht in ihres Vaters Haus,
Sie fleht ihn an mit leiser Bitte,
Er aber stößt sie hart hinaus.
Sie irrt wie eine Bettlerin
Nach ihrer öden Wohnung hin.

Ihr Wilhelm stirbt! Sie weint verlassen
In ihrer Wohnung leer und kalt,,
Da zieht sies nach des Friedhofs Gassen
Mit unbezähmbarer Gewalt.
Sie küßt den Toten, nimmt ihr Kind
Und eilet fort mit Harm geschwind..

Dort an dem Hügel kniet sie nieder,
Der ihrer Mutter Reste deckt.
Sie schluchzt und fleht um Hilfe wieder,-
Da wird sie plötzlich aufgeschreckt.
Ein wackrer Mann tritt vor sie hin
Und tröstet sie mit mildem Sinn.

Einst war ihm ihre Mutter teuer,
Doch hat das Schicksal sie getrennt.
Nun trieb der alten Liebe Feuer
Ihn her vom fernen Weltenend.
Er sieht Maria, hört ihr Flehn
Und kann allein ihr Herz verstehn.

Er wird ihr Vater, und im Westen
Begründet sich aufs neu ihr Glück.
Wählt einen Gatten, der am besten
Versteht den schwermutsvollen Blick,
Der lange Zeit sie noch umflort,
Reißt sie Erinn'rung mit sich fort.

| Deutsche Volkslieder | Ahnenforschung | Ferienaufenthalt | Folksongs | Hymns | Genealogy | Pacific Holiday | HOME PAGE | Suche | Email |