Lockende Augen

Melodie - Leon Jessel, 1917

Duett Richard-Malau

R.
Mein Fräulein, ach, ich warne Sie
Man kommt nicht weit mit Kokettrie,
Ich sag's ganz ohne Prüderie,
Ehrlich, offen, ohne Trug:
Mit dem Spiel sei es genug !
M.
Mein Herrchen, das verstehn Sie nicht,
Sie sprechen wie der Blinde spricht
Von Farbe, ohne Augenlicht;
Liebeskälte bald man spürt,
Wenn man nicht das Feuer schürt.
R.
Blast zuviel nicht in die Glut,
Denn Übermut tut nicht gut.
Die Flamme verbrennt ohne Zügel
Bald die Flügel.
M.
Ich danke für Ihren Rat,
Er führt nicht zum Resultat.
Die Frau regiert,
Die euch dressiert
Und kokettiert.
Was wäre das Leben ohne sie,
Ohne die Kokettrie?
Lockende Augen holder Sirenen
Leuchten euch tief ins Herz hinein,
Glühende Blicke wecken das Sehnen
Nach einem süßen Stelldichein.
Setzen das Herz in Brand,
Rauben Euch den Verstand
Das alles macht sie,
Die Koketterie!
  M.
Verehrter Freund, Sie sind ein Mann,
Sie stehen nicht in meinem Bann,
Ich wett' fang ich es klug nur an,
Zwing ich Sie mit einem Blick,
Wenn ich ihn hinüberschick'.
R.
Malwin' es ist vergebne Müh',
Ich hüte mich, ich kenne Sie.
Ich bin gefeit vor Kokett'rie!
Wenn ein Esel das erst weiß,
Geht er nicht so leicht aufs Eis.
M.
Ach, nehmen Sie mir's nicht krumm,
Ich kriege Sie doch herum:
Sie flehen sobald mir zu Füßen,
Mich zu küssen.
R.
Ach seh'n Sie mich nicht so an,
Ich bin zwar ein starker Mann,
Doch schwach man wird
Und ganz verwirrt,
Wenn Ihr so girrt!
Wer bliebe wohl standhaft gegen sie,
Gegen Koketterie?

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