Sommerabend im Saazer Land

Melodie -

Emil Merker

Letzter Gutenachtschlag; erhitztes Kinderlachen verklingt.
Auf nackten Füßen
huscht es durch sinkende Dämmerung heimwärts.
Über dunkelnden Wiesen
blinkt der erste Stern.
Fern vom Dorf
spielt die Ziehharmonika und singt
sein Herz in Abendruh.
Feierabendläuten bimmelt ängstlich und eilig,
vertröpfelt und schweigt.
Ruhlos geigt
Grillengezirp im Gras,
das Naß schon vom Tau.

Um die Muttergottes, verwittert und altersgrau,
duften die Linden,
verhaltenen Atems, als stünden
sie nachtverzaubert, von eigener Süße berauscht.
Beklommen lauscht
in das schwüle Dunkel die heilige Frau.
Fern wetterleuchtets; eine Fledermaus
schwirrt vom Gebälk; vorm Haus,
auf der nachten, fiebernden Erde
liegen hemdärmelig die Männer,
rauchen, schwatzen träge.
Sterne wandern entrückte Wege,
manchmal fällt einer, kein Wunsch holt ihn ein.

Auf dem Stein
sitzt die Mutter, das schlafende Jüngste im Schoß;
die andern, in ihre Röcke geschmiegt, sehn groß
mit schlaftrunknem Aug' in die Nacht;
sind müd vom Herumtollen
und wollen
doch nicht schlafengehn.
Manchmal kommt sacht
vom reifenden Korn ein Hauch, erdschwer und brotwarm:
Zeit zum Schnitt!
Arm in Arm,
zu zweien, zu dritt,
ziehen die Mädchen die dunkelnde Straße entlang,
binden den Schmellerkranz, singen . . .
Doch es will nicht gelingen,
er bleibt nicht ganz.

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