Klaus Michel, die Landmäkler gehen um - dein Hof ist nicht nur dein Eigentum, dein Hof ist auch deines Volkes Ruhm! - Und verkaufst du dein Haus und verkaufst du dein Gut, so verkaufst du von deines Volkes Blut! Klaus Michel steht am Waldrand und sinnt: Hier wohnte der Ahne, hier wohnt mein Kind. Dreihundert Jahre blühet mein Haus, dreihundert Jahre hielten sie aus und fügten getreulich Stein um Stein und zogen die Scholle und fügten sich drein. Es kam der Feind aus wildem Ost und hat die Scholle raubend umtost, es kam der Feind aus Nord und Süd, aber die Scholle nahm der nicht mit! Die Flur ist gesegnet von deutscher Hand, die Scholle ist Heimat und Vaterland! - Klaus Michel, die Landmäkler ziehen her - dein Hof ist nicht nur ein Geldsack schwer, dein Hof ist auch deines Volkes Ehr! Und verkaufst du dein Gut und verkaufst deine Hab, so schaufelst du deines Volkes Grab! Klaus Michel über die Felder geht - wie alles in Keim und Blüte steht! Doch gestern brannte des Nachbars Haus und sie legten das Feuer und rissen aus! Und die Scholle, die hart in Schweiß ich schuf, die Scholle zertrat ihrer Rosse Huf! Einen Mond ist's her, sie kamen mit Schrein und schlugen Fenster und Türen ein. Auf schreckten Mann und Weib und Kind, sie stoben davon in Nacht und Wind! Haß ist ein böser Kamerad. Weh dem, der Haß gesäet hat! Haß trägt tausendfältige Frucht mit Not und Pein und Blut und Sucht! Ist dein Herz noch heiß nach dem Heimatland, Klaus Michel, oder verglühte der Brand? Ist die Hand noch hart für Pflug und Schwert und bist du noch deines Volkes wert? Ist hoch deine Seel' noch und glaubensstark un fühlst du dich noch als der Mann der Mark? Was harte Arbeit geschmiedet, das hält, nur wer Kreuz und Schwert gebraucht, ist ein Held! Klaus Michel, die Landmäkler zogen her - dein Hof ist nicht nur Begehr und Beschwer, dein Hof ist auch deines Volkes Wehr! Und verkaufst du dein Haus und verkaufst du dein Land, verkaufst du dein eigenes Vaterland! Klaus Michel steht in der Stube und schweigt. Des Fremden Wort süß um ihn reigt: So viel bietet niemand mehr für dein Haus! Weit ist die Welt! So wandre aus! Kehre zurück in der Ahnen Land! Lange genug warst du in die Fremde gebannt! Friede ist dort und Arbeit und Ruh und Volk bei Volk! Klaus Michel, schlag zu! Hier wirst du dich deines Lebens nicht freun. Deine Kinder wird man im Land zerstreun. Längst wich von deiner Scholle das Glück! Bedenke, Klaus Michel, und kehre zurück! Hier wirst du belauert, geknechtet, geplagt, vielleicht sogar einmal fortgejagt! Hier schlägt man deine Habe in Not, und will's das Schicksal, schlägt dich der Tod! Da liegt das Geld, da liegt der Schein: Schlag ein, Klaus Michel, aufs Glück! schlag ein! Klaus Michel, die Landmäkler zogen fort! - Mit deiner Scholle zogen sie fort! Wo ist deine Heimat? Nun wandre fort! Und hast du verkauft dein Hab und Gut, so hast du verkauft deines Volkes Blut! Klaus Michel hat seine Habe gepackt. Ein Wagen voll ist's, gut gesackt. Da hockt sein Weib, da hockt sein Kind, Mägde und Knechte verlaufen sind. Auf der Straße steht das Gefährt, unruhig scharrt mit den Hufen das Pferd. Nun zieh, mein Brauner, und hör meinen Ruf! Still steht der Braune und scharrt mit dem Huf. Es weint das Kind, es weint das Weib - Klaus Michels Herz sich windet im Leib. In Glut des Sommers prangt das Feld! Klaus Michel hat alles wohlbestellt! Er säte, ein Fremder führt den Schnitt - die Sense reißt ihm die Seele mit. - Klaus Michel klopft an des Nachbars Tür: Leb wohl, Bruder Andres, nun wandern wir! Doch still ist's drinnen, die Tür ist versperrt, leb wohl sagt ihm niemand, obwohls jeder hört. Klaus Michel wird so todesbang, fast fürchtet er seiner Stimme Klang, jeder Volksgenosse schließt vor ihm das Tor, Klaus Michel steht fremd und erschrocken davor. Klaus Michel, die Landmäkler zogen her - dein Hof ist nicht nur ein Geldsack schwer, dein Hof ist auch deines Volkes Ehr! Und verkaufst du dein Gut und verkaufst du deine Hab, so schaufelst du deines Volkes Grab! Was Volk? Wer Geld hat, hat auch Volk und schwebt er droben in der Wolk! Wohl Zechgenossen und Dirnenheer, einen Volksgenossen nimmermehr! Die Nacht ist finster, die Nacht ist hart. Klaus Michels Fuhre am Wege knarrt. Am Kreuzweg führt er sie auf den Rain. Gespenstisch leuchten Hütte und Hain. Seine Väter reiten in wildem Ritt und schwingen die gellende Peitsche mit, der Sturmwind heult in die Äcker hinein, Klaus Michel hört's im Sturmwind schrein: Was wir gerodet, gebaut, getan, das hast du, Klaus Michel, jetzo vertan! Klaus Michel, es verdorr deine Hand! Du hast verraten dein Vaterland! Klaus Michel, liege in Seuch' und Schwär! Du hast verkauft deines Volkes Ehr! Klaus Michel, verflucht sei dein Geld und Gut! Du hast verkauft deines Volkes Blut! Klaus Michel taumelt ins Feld hinaus - wo ist mein Hof? Wo ist mein Haus? Auf seinem Acker liegt er im Sturm wie ein zertretner, blutiger Wurm. Und krallt seine Hände ins Erdreich dicht: Meine Scholle, meine Heimat, ich lasse dich nicht! Aufquillt sein Herz zum letzten Schlag, dann liegt er gebettet zum jüngsten Tag. Klaus Michel, Klaus Michel, und hörest du nicht, was deine Scholle zu dir spricht? Dein Hof ist nicht nur dein Eigentum! Dein Hof ist auch deines Volkes Ruhm! Dein Haus ist nicht nur ein Geldsack schwer, dein Haus ist auch deines Volkes Ehr! Deines Volkes Wehr ist dein Hab und Gut, deine Seele ist deines Volkes Blut! |
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