Es stand eine Lind' im tiefen Tal

Melodie - Volksweise des 16. Jahrhdts

1. Es stand eine Lind' im tiefen Tal,
|: war oben breit und unten schmal. :|

2. Darum zwei Verliebte saßen
|: und vor Liebe ihr Leid vergaßen. :|

3. "Feinslieb, wir müssen voneinander,
|: ich muß noch viele Jahre Wandern." :|

4. "Mußt du noch sieben Jahre wandern,
|: heirat ich doch keinen andern." :|

5. Und als die sieben Jahre um war'n,
|: sie meint, ih Liebchen käme bald. :|

6. Sie ging wohl in den Garten,
|: ihr Feinslieb zu erwarten. :|

7. Sie ging wohl in das grüne Holz,
|: da kam ein Reiter geritten stolz. :|

8. "Gott grüß dich du Hübsche,
|: du Feine, was machst du hier alleine? :|
  9. Ist dir dein Vater oder Mutter gram,
|: oder hast du heimlich einen Mann?" :|

10. "Heut sind's drei Wochen und sieben Jahr,
|: daß mein Feinslieb gewandert war." :|

11. Gestern bin ich geritten durch eine Stadt,
|: da dein Feinslieb Hochzeit hat gehabt. :|

12. Was tust du ihm denn wünschen an,
|: daß er seine Treue nicht gehalten hat?" :|

13. "Ich wünsche ihm so viel Glück und Segen,
|: als Tröpflein von dem Himmel regnen." :|

14. Was zog er von dem Finger sein?
|: Einen Ring von rotem Golde fein. :|

15. Er warf den Ring in ihren Schoß,
|: sie weinte, daß das Ringlein floß. :|

16. Was zog er aus seiner Taschen?
|: Ein Tuch, schneeweiß gewaschen. :|

17. "Trock'n ab, trock'n ab dein Äugelein,
|: du sollst fürwahr mein eigen sein. :|

18. Hättest du mir einen Schwur oder Fluch getan,
|: so wär ich gleich geritten davon." :|


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