Es reit' der Herr und auch sein Knecht

Melodie - Alte Volksweise des 15. Jahrhunderts

Zuerst in dem "Bergreihen" von 1547

1. Es reit' der Herr und auch sein Knecht
wohl über die Heide, die war schlecht, ja schlecht,
und alles, was sie reden da, war all'
von einer wunderschönen Frauen, ja Frauen.

2. "Ach Schildknecht, lieber Schildknecht mein,
was redst von meiner Frauen, ja Frauen,
und fürchtest nich meinen braunen Schild?
Zu Stükken will ich dich hauen vor meinen Augen."

3. "Euren braunen Schild, den fürcht ich klein,
der lieb Gott wird mich wohl behüten, ja behüten.
"Da schlug der Knecht seinen Herrn zu Tod,
das geschah um Fräuleins Güte, ja Güte.

4. Nun will ich reiten landwärts ein
zu einer wunderschönen Frauen, ja Frauen:
"Ach Fräulein, gebt mirs Botenbrot!
Euer Herr der liegt tot auf breiter Heide, ja Heide."
  5. "Und ist mein edler Herre tot,
darum will ich nicht weinen, nicht weinen;
der schönste Buhle, den ich hab',
der sitzt bei mir daheime, mutteralleine."

6. "Nun sattel mir mein graues Roß,
ich muß von hinnen reiten, ja reiten."
Und da sie auf die Heide kam, die Lilien täten
sich neigen auf breiter Heiden.

7. Auf band sie ihm sein' blanken Helm
und sah ihm unter seinen Augen, ja Augen.
"Nun muß es Gott geklaget sein,
wie bist du so zerhauen unter deinen Augen!

8. Nun will ich in ein Kloster gehn,
will lieben Gott für dich bitten, ja bitten,
daß er dich wöll ins Himmelreich lan.
All' das geschah um meinetwillen!" Schweig stille!


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