Es ging ein' Jungfrau zarte

Melodie - 1600

1. Es ginge ein' Jungfrau zarte
Frisch, fröhlich und gesund
In ihren Rosengarten
Wohl zu der Morgenstund
Wohl zu der frühen Morgenstund
Schön Kränzlein tat sie winden
Von lauter Röslein rot.

2. Da kam hereingeschlichen
Ein langer, hagerer Mann.
Die Farb war ihm verblichen,
Einen Kittel hatt er an.
Er hatte weder Fleisch noch Blut,
Die Zähne tat er blecken
Als wiedergrimmig Tod.

3. "Mein Kind, gib mir dein Kränzlein,
Dein Liebster will ich sein;
Ich will auch mit dir tanzen
Und will dich führen heim.
Der grimmig Tod bin ich genannt;
Ich nehme, wen ich kriege,
Sein jung sie oder alt."

4. "Ach Tod, laß mich am Leben,
Ich bin das einzig Kind.
Mein Vater wird dir geben
Sein ganzes Hofgesind.
Ich bin sein einzig Töchterlein,
Er würde mich nicht geben
Für Gold und Edelstein."

5. Er nahm sie um die Mitte,
Wo sie am schwächsten was,
Und brach sie überrücke
Wohl in das grüne Gras.
Sie warf die Äuglein hin und her:
"Ach komm mir doch zur Hilfe,
Mein Gott und auch mein Herr!"

6. Ein Glöcklein hört man läuten:
Wer mag gestorben sein?
Das gilt wohl keiner anderen
Als Königs Töchterlein.
Es trat zu ihr der grimmig Tod;
Ein Kränzlein wollt sie winden
Von lauter Röslein rot.

| Deutsche Volkslieder | Ahnenforschung | Ferienaufenthalt | Folksongs | Hymns | Genealogy | Pacific Holiday | HOME PAGE | Suche | Email |