Es fuhr sich ein Pfalzgraf wohl über den Rhein

Melodie - Westfälische Volksweise

1. Es fuhr sich ein Pfalzgraf wohl über den Rhein,
viel Roß und Jäger wohl um ihn sein.

2. Als sie nun durch den Talweg ziehn,
da steht eine stille Mühle vor ihm.

3. Des Müllers schönes Töchterlein,
sie schaut aus ihrm Fensterlein.

4. O Müller, gib deine Tochter heraus,
sonst steck' ich den roten Hahn aufs Haus!"

5. Zuerst schlug er den Vater tot,
zum andern die Frau Mutter rot.

6. Zum dritten alle Brüder drei;
daß Gott der Herr ihnen gnädig sei.

7. Der Pfalzgraf steckte ein das Schwert,
die Tochter nahm er mit aufs Pferd.

8. Und da sie kamen auf grüne Heid,
da glänzen sieben Schlösser weit.
  9. "Schaust du die sieben Schlösser mein,
drauf sollst du morgen Markgräfin sein."

10. Bei Spiel und Tanz und Jubelschall
führt man die Braut wohl in den Saal.

11. "Nun iß und trink den kühlen Wein
und laß dein Herze fröhlich sein."

12. "Ich esse nicht, trink' nicht den Wein,
mein Herz kann nimmer fröhlich sein.

13. Zuerst schlugst du den Vater tot,
zum andern die Frau Mutter rot.

14. Zum dritten alle Brüder drei;
daß Gott der Herr ihnen gnädig sei!"

15. Der Tag verging, es kam die Nacht,
die Braut ward in die Kammer bracht.

16. Bei zweiundsiebzig Kerzen Schein
führt man die junge Braut hinein.

17. Wohl um die nacht, die halbe Nacht,
der Pfalzgraf heimlich vom Schlaf erwacht.

18. Da wollt er küssen den roten Mund;
doch sie war tot und nicht mehr gesund.


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